Eine Diskussion über die neue ArbeiterInnenklasse

Dieses Buch liefert nicht nur einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von prekärer Beschäftigung in Europa seit den frühen 1980er-Jahren. Auch betroffene ArbeitnehmerInnen kommen darin zu Wort.

Wien – Die Autorin Veronika Bohrn Mena ist seit 2013 hauptberuflich in der Interessenvertretung der Gewerkschaft GPA-djp mit dem Schwerpunkt atypische Beschäftigung tätig, war zuvor Vorsitzende der Plattform Generation Praktikum und hat sich in der Österreichischen HochschülerInnenschaft engagiert. Nun macht sie ihre Erkenntnisse in Buchform einer breiten LeserInnenschaft zugänglich. Ihr Buch heißt “Die neue ArbeiterInnenklasse: Menschen in prekären Verhältnissen“. Das Buch wurde vom Verlag ÖGB veröffentlicht und der Verlag organisiert für dieses Buch am 8. November (Donnerstag) eine Buchpräsentation und Podiumsdiskussion mit Veronika Bohrn Mena (Autorin), Renate Anderl (AK Präsidentin), Wolfgang Katzian (ÖGB-Präsident) und Maria Katharina Moser (Direktorin Diakonie Österreich). Die Moderation der Tätigkeit wird Nina Horaczek (Chefreporterin Stadtzeitung Falter) übernehmen.

Was erzählt die Autorin in diesem Buch?

Die Arbeitswelt wird zunehmend durch Angst und Unsicherheit geprägt. Mehr als zehn Prozent der Beschäftigten befürchten, dass sie innerhalb der nächsten sechs Monate ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Befristete Arbeitsverhältnisse und atypische Beschäftigung nehmen zu. Frauen sind davon noch stärker betroffen als Männer. Das durch die ArbeiterInnenbewegung hart erkämpfte Normalarbeitsverhältnis droht zu verschwinden.

Dieses Buch liefert nicht nur einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von prekärer Beschäftigung in Europa seit den frühen 1980er-Jahren. Auch betroffene ArbeitnehmerInnen kommen darin zu Wort. Sie berichten von ihrem Leben und Leid mit miesen Jobs und prekären Arbeitsbedingungen. Mit ihrer Hilfe und durch sie zeigt die Autorin einfühlsam auf, was Hungerlöhne, fehlender rechtlicher Schutz und mangelnde soziale Absicherung für die Betroffenen und ihre Angehörigen tagtäglich bedeuten.

Nicht zuletzt macht das Werk eindrucksvoll deutlich, dass für Arbeitende kein Weg daran vorbeiführt, sich selbst als Kollektiv zu begreifen. Denn sie bilden unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe und ihrem Alter eine Gemeinschaft, die mit den gleichen Problemen kämpft. Solidarisches Handeln stellt für lohnabhängige Menschen die einzige Möglichkeit zum Machtausgleich dar. Dieser ist nötig, um ein selbstbestimmtes, sicheres und chancengerechtes Leben für alle durchzusetzen. (Foto: Michael Mazohl)

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8. November 2018, (Donnerstag)
Um 18:00 Uhr

AK-Wien: Prinz-Eugen-Straße 20-22
1040 Wien

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