Türkei | Widerstand gegen Goldminenprojekt

Das naturbelassene Waldgebiet ist bekannt für ihre außergewöhnlichen endemischen Pflanzen und Tiere, die nur in diesem Gebiet vorkommen. Jedoch ist die Region auch reich an natürlichen Rohstoffen, deren Vorkommen nicht unbekannt blieben.

Wien – Das Ida-Gebirge (Kazdağları) in der türkischen Provinz Çanakkale gelten als eine der größten “grünen Lungen“ des Landes. Das naturbelassene Waldgebiet ist bekannt für ihre außergewöhnlichen endemischen Pflanzen und Tiere, die nur in diesem Gebiet vorkommen. Auch historisch ist das Gebiet von Bedeutung: Sie war Schauplatz mehrerer wichtiger Ereignisse in der griechischen Mythologie, inklusive Homers Ilias und Vergils Aeneis.

Jedoch ist die Region auch reich an natürlichen Rohstoffen, deren Vorkommen nicht unbekannt blieben. Heimische als auch ausländische Bergbauunternehmen haben das Gebiet bereits für sich entdeckt. Für ein Goldminen-Projekt nahe des Dorfes Kirazlı haben das türkische Bergbauunternehmen “Doğu Biga“  gemeinsam mit dem kanadischen Bergbauunternehmen “Alamos Gold“ bereits fast 200.000 Bäume gerodet – vier mal mehr als ursprünglich von den Behörden genehmigt wurde. Enthüllt wurde das ganze durch die türkische Umweltschutzorganisation “TEMA Foundation“ mit Hilfe von Satellitenbildern.

Es dauerte nicht lange bis die ersten BürgerInnen und KlimaschutzaktivistInnen vor den Toren der geplanten Goldmine kampierten um Aufmerksamkeit zu generieren und die Bevölkerung zu mobilisieren. Aus einer kleinen Anzahl von BürgerInnen und KlimaschutzaktivistInnen wurden schließlich Tausende, als weitere Zivilverbände und Gewerkschaftsorganisationen sich aus allen Ecken des Landes anschlossen. Aus einem kleinen Protest wurde eine landesweite Bewegung, die sowohl den Bauunternehmen als auch der Regierung Ärgernis bereiten. Die Aufruhr der Bevölkerung wächst, weil jede Art von Forderung zur Untersuchung der massiven Umweltzerstörung von den Regierungsparteien AKP und MHP blockiert werden.

Trinkwasser in Gefahr

Zudem ist das Trinkwasserreservoir Atikhisar durch die im Goldabbau anfallenden Chemikalien bedroht. Die Goldmine könnte durch die giftigen Cyanide, die bei der Goldgewinnung verwendet werden, verheerende Auswirkungen auf das Trinkwasserqualität der Region haben, da sie in die Flüsse, das Wasserreservoir und das Grundwasser sickern könnten.

AKP-Regierung als Zerstörer der Umwelt

Die massive Umweltzerstörung im Ida-Gebirge ist in der Türkei nicht der erste Fall dieser Art. Laut Vize-Umweltbeauftragte Gülizar Biçer Karaca der Oppositionspartei CHP, wurden seit Erdoğans Partei AKP das Land regiert, bis 2017 über 425.000 Hektar Wald vernichtet. Somit besaß die Türkei im Jahre 2017 rund 4,7 Prozent weniger Grünfläche als im Jahre 2000.

Vielleicht gefällt dir auch